Matchpoint Melbourne

Australian Open Live-Übertragung auf dem Federation Square
Australian Open Live-Übertragung auf dem Federation Square

Auch wenn die letzten olympischen Spiele hier schon ein wenig her sind (so knappe 60 Jahre) und die Australier gemeinhin als das dickste Volk der Welt gelten (siehe dazu auch unsere Ausführungen zum Cherry Ripe-Schokoriegel in “Von Wombats und Leuchttürmen”), so ist Melbourne doch eine extrem sportliche Stadt! Pferderennen, Cricket, Trekking, Angeln, Joggen, (Kite-)Surfen, Beach Paddle Ball und weiteres hatten wir bereits an der ein oder anderen Stelle erwähnt. Das nächste sportliche Großereignis, der Auftakt zur Formel 1-Saison, kündigt sich bereits großspurig an und ein weiterer Höhepunkt des Melbourner Veranstaltungskalenders, die Australian Open, ist ja auch noch nicht lange vorbei…

Puh! Manchmal hat man tatsächlich das Gefühl, das man mit der Geschwindigkeit in der lebenswertesten Stadt der Welt und dem was hier alles geboten wird fast nicht mitkommt - und das nicht nur im Sport: auch auf unserer Homepage müssen wir mal wieder zusehen, dass wir mit den Neuigkeiten einigermaßen mit- oder wenigstens nachkommen. ;-)

Daher gibt es hier jetzt die letzten vier Wochen im Schnelldurchlauf…

Am 16.01.2014 um 15:30 Uhr waren es 43,3 Grad, eine Stunde später bereits über 44...
Am 16.01.2014 um 15:30 Uhr waren es 43,3 Grad, eine Stunde später bereits über 44...

Fangen wir also Mitte Januar an mit einer Hitzewelle, die selbst für australische Verhältnisse ungewöhnlich war und es ja sogar in die europäischen Medien geschafft hat. Während ich noch ein bisschen im winterlichen Shanghai vor mich hinzitterte und mich dort mit alten Bekannten (aus BASF-Zeiten) und neuen Freunden (Sonja und Daniel) getroffen habe, konnte Heike hier in Melbourne feststellen, dass bei einer Woche kontsnat über 40°C am Stück auch eine Klimaanlage nur noch begrenzt Erleichterung schafft. Da brennt quasi der Busch und das im wahrsten Sinne des Wortes! Zeitweise wurde mein Werk im Norden von Melbourne dichtgemacht (was ich allerdings nur per Email mitbekommen habe, da ich ja noch im Reich der Mitte weilte), weil die Felder um die diversen Zufahrtsstraßen in Flammen standen. :-((

Mit Claudia auf Phillip Island
Mit Claudia auf Phillip Island

Da macht man sich doch am Besten vom Acker! Insbesondere da zu dieser Zeit gerade Claudia auf ihrer Reise durch Australien, Neuseeland und Südostasien für eine Woche bei uns Zwischenstation gemacht hat und wir ihr ein bisschen was von Land und Leuten und vor allem auch das nahe gelegene Phillip Island zeigen wollten. Das liegt direkt am offenen Meer und ist daher in der Regel ein wenig kühler als Melbourne und vor allem kann man sich dort bei den Einheimischen hervorragend den besten Umgang mit Hitzewellen abschauen. Beispielsweise bei den Koalas, die wie keine andere Spezies das australische „No worries!“ verinnerlicht haben und auch 40°C im Schatten schlicht und ergreifend verpennen. Oder man macht es wie die Pinguine, die tagsüber einfach im Meer bleiben und erst nach Einbruch der Dämmerung, wenn es etwas erträglicher ist, an Land gehen…

Holger das erste Mal auf dem Surfbrett
Holger das erste Mal auf dem Surfbrett

Aber auch auf die größte Hitze erfolgt in Melbourne bekanntermaßen der Cool Change und tatsächlich war die folgende Woche dann eher mild. Passend zum nächsten Wochenende, dank Australia Day sogar langem Wochenende, standen die Zeichen dann aber gerade rechtzeitig wieder auf Sonnenschein pur. Also erneut schnell in Richtung Meer, diesmal knapp an Phillip Island vorbei und noch ein kleines Stückchen weiter bis ins niedliche Inverloch. Dorthin hatten uns Carley, die aus Inverloch kommt, und mein Arbeitskollege Ricardo zu einem typisch australischen Strandwochenende eingeladen und genau das ist es auch geworden:

Tata!!! Ein gutes halbes Jahr hat es gedauert, aber am 27. Januar 2014 habe ich tatsächlich meine ersten Wellen auf dem Surfboard genommen. OK, im Wesentlichen habe ich Wellen unter dem Surfboard genommen, aber wen stört das schon. ;-) Ich fand trotzdem: Spiel, Satz und Sieg Melbourne bzw. Stan Wawrinka! Denn bei all dem Wasser wollen wir ja nicht vergessen, dass etwas Abseits vom Strand noch das Grand Slam-Finale lief und auch da haben wir ordentlich mitgefiebert. Ebenfalls richtig australisch: vor dem Fernseher mit ordentlich was vom BBQ auf dem Teller. ;-)

Chaos in unserer Wohnung
Chaos in unserer Wohnung

Eine kurze Arbeitswoche später, ging es dann bereits wieder an den Strand, schließlich sind ja aller Guten Dinge drei. War dieses Mal auch bitter notwendig, denn es hieß dem Chaos in unserer Wohnung zu entfliehen: am 30. Januar ist nach knapp zehnmonatiger Odysee unser Container eingetroffen und hat gleich unsere komplette Wohnung in ein Kistenlager verwandelt.

Also schnell bei Dorothee und Jens angerufen und auf, auf, diesmal nach Altona, einem der westlichen Vororte von Melbourne. Ein bisschen in der Sonne braten, ein wenig in der Bay baden und dann, wie sich das gehört, ein schönes BBQ angeschmissen. ;-)

 

Tja, und seitdem heißt es Kisten auspacken, bei Ikea noch ein paar Regale nachkaufen, Schränke einräumen, deutsche Stecker gegen australische ersetzen und so weiter. Aber mittlerweile ist Land in Sicht oder vielmehr Teppich: wie man sieht hatten wir ja sogar mal wieder ein wenig Zeit, um uns um unsere Homepage zu kümmern. ;-)

 

Achja, und noch was in eigener Sache, damit hier nicht ein falscher Eindruck entsteht: auch wenn wir es nicht so explizit ausbreiten, gearbeitet wird in Australien zwischendurch natürlich auch. Manchmal sogar ein bisschen übertrieben lange. So sind Teile dieses Textes bei einer Nachtschicht entstanden (wohlgemerkt nach einem ganz normalen Arbeitstag), genauer gesagt gegen halb zwei Uhr am Samstagmorgen während eines erneuten Stillstandes unserer Druckpresse…

Auf Phillip Island mit Claudia

Mit Claudia in Melbourne

Strand-Wochenende in Inverloch

Ankunft unseres Containers aus Deutschland

Dies und das...

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Kommentare: 1
  • #1

    Margret K (Mittwoch, 19 Februar 2014 13:09)

    Du machst eine wirklich gute Figur auf dem Surfbrett.