Singapur

Ein Erfahrungsbericht mit coolen Fotos

Auf der HSPC
Auf der HSPC

Im Dezember war ich auf meiner ersten Industriemesse überhaupt, der HSPC Asia. Tatsächlich hatte ich es in fast sieben Jahren bei der BASF nie geschafft, mal auf eine Konferenz geschickt zu werden.

Ich war schon richtig aufgeregt, denn wie sagt Hermann Hesse so schön in seinem berühmten Gedicht Stufen: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne! Diesen Satz würde ich später sogar für die Einleitung meiner Präsentation nutzen, allerdings übersetz ins Strine (1), wo es dann ein wenig weniger poetisch kling: All shiny, all new!

 

Schon am Flughafen stolperte ich über Rachel (2), eine Kollegin von mir. Ein sehr guter Start, denn für die nächsten Tage würde sie auf der Messe meine Begleiterin sein und dort den HSPC Melbourne 2017-Stand (3) betreuen, der sich nach einer kleinen Generalüberholung von Rachel magisch in einen Guardian (4)/HSPC Melbourne-Stand verwandelte. Eine perfekte Ausgangsstation für die Konferenz und ein prima Platz um ein paar Kontakte zu knüpfen! Die ersten, die vorbeikamen, waren natürlich die Australier. Jordan von der Reserve Bank of Australia und Pamela vom Australian Passport Office. Egal wo oder wer man ist, es ist einfach dieses kleine bisschen einfacher Kontakt zu knüpfen, wenn man irgendwas gemeinsam hat.

 

Die ganze Zeit in meinem Hinterkopf war natürlich die Präsentation, die ich am Mittwoch geben würde. Ja, ich hatte schon jede Menge Präsentationen in meinem Leben gegeben, an der Uni, bei Kunden, intern bei meinen Arbeitgebern, aber noch nie vor einem solchen Publikum. Außerdem machte die Tatsache, dass ich die mein Thema in Englisch präsentieren würde, die ganze Sache nicht unbedingt beruhigender. Selbst nach drei Jahren in Melbourne und auch wenn die meisten vielleicht denken, dass man Englisch ganz ok ist, es ist halt nicht meine Muttersprache. Und wenn man etwas Angespannt ist macht das Ganze nur bedingt bzw. nicht immer besser...

 

Gerald von der International Currency Association eröffnete am nächsten Morgen die Vortragssessions der Konferenz mit einer Übersicht über den Stand unserer Industrie. Seine allersten Worte waren “Our industry working together”. Wow, nochmal ein guter Start für mich! Kooperation innerhalb der Industrie war genau mein Thema und somit etwas wo ich in meiner Einleitung direkt anknüpfen könnte. Ich wurde ein wenig entspannter.

Danach wurde es sogar noch besser. Jordan, den ich am Tag zuvor an unserem Stand kennengelernt hatte, berichtete im Detail von der neuen australischen 5 Dollar-Note. Da kannte ich mich natürlich bestens aus und ich fing an mich ein wenig zu Hause zu fühlen.

Über die nächsten anderthalb Tage hörte ich jede Menge interessantes Zeug, traf Leute, knüpfte Kontakte, bekam neue Ideen für Projekte und Kooperationen. Und schließlich war es an mir zu präsentieren. Barabas vom Unternehmen Jura hatte den Vorsitz für meine Session. Und schon wieder ein guter Start! Denn Barabas, den kenne ich schon seit längerem, und so kündiget er mich als einen der wenigen mit ein paar persönlichen Sätzen an und las nicht nur meinen Namen vom Blatt ab.

 

Die Präsentation lief dann ziemlich gut. Glaube ich zumindest. Scheint so als funktioniere ich ab nd zu auch unter Anspannung...  Kennt ihr das Gefühl, wenn man gleichzeitig was macht und außerdem ein bisschen neben sich steht und sich selbst von außen beobachtet? Wenn nicht ist auch nicht schlimm. Auf jeden Fall war mein Beobachter-Ich ganz zufrieden mit dem was es sah. Ich lächelte und war nicht so Ernst (hatte mir Heike mit auf den Weg gegeben als allerwichtigstes), sprach (für meine Verhältnisse) langsam und deutlich und war auch auf den Punkt genau nach den geplanten 20 Minuten fertig. Ob es im Endeffekt objektiv wirklich gut war, da müsst ihr am besten Rachel, Tobias oder Marc fragen. Mir gegenüber waren sie mit ihrem Feedback vielleicht ja nur höfflich.

Wie auch immer. Prima Erfahrung! Ich hoffe, dass ich bald mal wieder auf eine Konferenz kann. Dann wird es hoffentlich heißen: No longer all new, but still all shiny!

 

P.S.: Ach ja, fast vergessen. Als die Konferenz dann vorbei war, schon abgebaut wurde und nur noch einige Grüppchen mit nem Glas Wein in der Hand rumstanden, habe ich auch noch die Vorteile meiner Herkunft in meinem neuen Job kennengelernt. Die ganze Sicherheitsdruckindustrie ist echt durchsetzt mit einer deutschsprachigen Mafia, wie es mein Chef so schön ausgedrückt hat... ;-)

 

1 Das Wort „Strine“ leitet sich von „Australian“ ab, was, wenn man es mit schönstem australischem Slang ausspricht, schon mal wie „Oz-strine“ klingen kann. Da der Australier faul ist wird das „Oz“ dann der Einfachheit halber noch gestrichen. „Strine“ ist also nichts Anderes als australischer Slang...

2 Alle Namen sind von mir geändert worden.

3 Auf emsiges Betreiben von meinem Arbeitgeber konnte der Veranstalter der HSPC Asia überzeugt werden, die Konferenz im nächsten Jahr in Australien stattfinden zu lassen. Im Gegenzug hatten wir uns bereit erklärt, bei der Promotion für das nächstjährige Event in Melbourne auf der diesjährigen Konferenz mitzuhelfen.

4 Guardian ist der Markenname unseres Kunststoffsubstrats für Banknoten.