Erste Station: Orang Utans im Regenwald

Orang Utans im Regenwald
Orang Utans im Regenwald

Unser erstes Ziel auf Borneo heißt also Kuching, die Hauptstadt des malaysischen Staates Sarawak und an dessen Westspitze gelegen. Hier werden wir die nächsten vier Tage verbringen.

Die Stadt lässt sich ohne weiteres von unserem Hotel aus perfekt zu Fuß erkunden. Trotz seiner 700.000 Einwohner wirkt Kuching gemütlich und keinesfalls größer als Münster. An der Waterfront sind wir nahezu allein und das an einem Samstag! Auch in Chinatown und Little India kann von Überbevölkerung keine Rede sein.

Auf Menschen in größerer Anzahl stoßen wir schließlich, wie kann es anders sein, in der mehr als gut klimatisierten Mall. Wie überall auf dem Erdball wird hier fleißig auf iPhones getippt und aus Starbucks-Kaffeetassen geschlürft. Und genau wie man sich das in Asien vorstellt, laufen hier auch jede Menge Ritter und Elfen mit grünem und pinkem Haar herum. ;-) Das mag allerdings auch an einem special Event genau an diesem Tag liegen...

 

Wir sind aber ja nicht wegen irgendwelcher Einheits-Malls, sondern der einmaligen Natur tausende von Kilometern weit geflogen. Daher geht es nachmittags direkt mal auf eine River Cruise in den Wetlands Nationalpark. Gemeinsam mit Landsleuten (aus Australien) und noch mehr Landsleuten (aus Deutschland) beginnt die Suche nach der spektakulären Tierwelt von Borneo. Zunächst bekommen wir allerdings erst keine Krokodile und dann auch keine Delphine zu sehen. Das ist aber alles sofort unwichtig, als wir schließlich unsere ersten Nasenaffen am Ufer turnen sehen. Einfach klasse und die gibt es wirklich nur auf Borneo! Da kann es doch mit strahlendem Gesicht noch kurz vorbei an den Glühwürmchen und dann zurück ins Hotel gehen.

 

Direkt am nächsten Morgen heißt es nach einem leckeren Frühstück erneut hoffen, diesmal auf die vielleicht berühmtesten Bewohner von Borneo, die Orang Utans. Für den Weg zum Semenggoh Wildlife Centre bestellen wir uns ein Taxi und bekommen gleich einen sehr gesprächigen Reiseführer mitgeliefert. Dort angekommen beginnt für uns und etwa 100 andere Interessierte dann das Warten, ob ein paar der knapp 30 Tiere, die im offenen Dschungel um das Wildlife Centre leben, heute hungrig sind und Lust haben vorbeizukommen. Als unsere Hoffnung nach einer halben Stunde schon im Keller ist, beginnt tatsächlich doch noch einer der Bäume zu rascheln und kurze Zeit später können wir einem Orang Utan beim Bananen-Futtern zusehen. Anschließend sehen wir dann auch noch an anderer Stelle eine Mutter mit ihrem Jungtier. Großartig!

 

Für den Nachmittag steht eine Stadtführung auf dem Programm, allerdings die vielleicht schlechteste aller Zeiten, wie Heike und ich uns im Anschluss einig sein werden. Dass wir die diversen Katzenstatuten Kuchings bereits gesehen haben (‚Kuching‘ ist das malaysische Wort für ‚Katze‘), dafür kann unser Stadtführer natürlich nichts. Dass er uns aber z.B. am Gewürzmarkt aus dem Kleinbus rauslässt und wir dann nur ein paar geschlossene Läden sehen, irritiert uns schon etwas. Als wir ihn darauf ansprechen antwortet er nach kurzem Überlegen, dass das daran liegen könnte, dass heute Sonntag ist. Sicher ist er sich allerdings nicht. Und auch der Parkplatz unter der Brücke, wo unser Guide einen längeren Telefonstopp einlegt, wird uns sicherlich in Erinnerung bleiben, allerdings nicht unbedingt als ein Highlight malaysischer Architektur oder Natur…

 

Am nächsten Tag soll es dann richtig wild werden, denn es geht zu Fuß in den Dschungel. Als wir im Telok Assam Beach im Bako National Park von unserem Boot ans Ufer hüpfen, fühlen wir uns bereits wie Robinson Crusoe und Freitag. Dass noch ein paar dutzend weitere Robinsons und Freitags um uns herumlaufen stört uns nicht im Geringsten! Kurze Zeit später sehen wir uns umzingelt von Nasenaffen, fliegenden Lemuren, langschwänzigen Makaken, bärtigen Wildschweinen, Skorpionen, grünen Giftschlangen, Silberblatt-Affen, Schlammspringern, Palmen, Lianen, Orchideen, Kannenpflanzen... und sind glücklich!

Schade nur, dass wir am Nachmittag wieder zurück müssen. Eine Nacht im Bako National Park wäre sicherlich großartig gewesen...

Hier geht es weiter zum nächsten Teil:

Zweite Station: Drei Millionen Fledermäuse