Tiger and Dragon

Unser privater Superlativ: Schönste Skyline!
Unser privater Superlativ: Schönste Skyline!

Shanghai, eine Stadt der Superlative! Welche das genau sind, davon haben wir zwar keine Ahnung, trotzdem wird jeder, der schon mal dort war, uns definitiv zustimmen. ;-)

Bevor es aber richtig losgeht, traditionell hier zunächst ein paar Fakten zu Shanghai, die in gewohnter Art und Weise höchst gewissenhaft recherchiert wurden (siehe Kontinente-Hopping). ;-)

 

Stadt

Shanghai
Land  China

Kontinent

 Asien

Einwohner Stadt

 15,1 Mio.

Einwohner Metropolregion

 24,8 Mio.

Entfernung von Münster

 8754 km

Richtung von Münster

 S/O
Entfernung von Melbourne 8054 km
Richtung von Melbourne N/W
Im Dunkeln sogar noch beeindruckender!
Im Dunkeln sogar noch beeindruckender!

Der international Reisende erreicht Shanghai in aller Regel über den Pudong Airport, gelegen im gleichnamigen Stadtteil, der bis Mitte der 90er Jahre im Prinzip ein riesiger Acker war. Dann allerdings beschloss die chinesische Zentralregierung genau dort eine Sonderwirtschaftszone einzurichten, baute einen lustigen Fernsehturm und seitdem erleben Pudong und Shanghai einen Boom, der seinesgleichen sucht und bis heute anhält.

Dort also bin auch ich am 10. Dezember im Rahmen einer Dienstreise aus dem Flugzeug gestiegen und zwei Tage nach mir dann Heike (ganz privat), ursprünglich mit dem Plan Weihnachten und Neujahr gemeinsam mit mir in China zu verbringen. Das konnten wir zwar leider so nicht verwirklichen, trotzdem haben wir aus dem Reich der Mitte einige unvergessliche Eindrücke mitgebracht, von denen wir erzählen möchten.

 

Da ist zunächst natürlich das bereits genannte Pudong. Die vielleicht schönste Skyline der Welt liegt vor einem, wenn man am Huangpu-Fluss steht und hinüberblickt zum brandneuen Stadtteil, der sein Gesicht nach wie vor mit atemberaubender Geschwindigkeit verändert. Im Moment entsteht dort beispielsweise der Shanghai Tower, der in 2014 fertiggestellt und dann mit 632 m das höchste Gebäude Chinas sein wird. Gemeinsam mit dem Jin Mao Tower (420 m) und dem Shanghai World Financial Center (492 m) wird er dann eine Troika bilden, die Vergangenheit (Jin Mao), Gegenwart (World Financial Center) und Zukunft (Shanghai Tower) des Landes repräsentieren. Und in der Tat hat man das Gefühl, dass man in die Zukunft schaut, wenn die Skyscraper allabendlich ihre Festbeleuchtung einschalten.

 

Einen Blick in die Vergangenheit kann man dagegen erhaschen, wenn man sich ein bisschen aus Shanghai hinaus begibt in das 150 km weiter im Süden gelegen Hangzhou. Wir haben uns an einem leider recht diesigen Samstag dahin aufgemacht und zwar mit Taxi und Hochgeschwindigkeitszug, was selbst für zwei erfahrene Weltvermesser, die des Chinesischen allerdings in keinerlei Weise mächtig sind, ein kleines Abenteuer war. In Hangzhou trifft man auf das traditionelle China aus dem Bilderbuch - Pagoden, Tempel, riesige goldene Statuten, Gartenanlagen, Räucherstäbchen…

Die dortige Seenlandschaft spiegelt die chinesische Tradition sogar dermaßen gut wieder, dass sie es auf die Rückseite der chinesischen 1 RMB-Note geschafft hat! (Für Bankknoten habe ich ja berufsbedingt mittlerweile ein besonderes Auge und Interesse entwickelt…)

Aber selbst im hypermodernen Shanghai wird man auf der Suche nach der Vergangenheit (noch) fündig, wenn man denn will. Mitten im Herzen der Stadt zwischen geschäftigem Treiben liegt der Yuyuan Garden hinter hohen Mauern und gewährt eine kurze Zeitreise in vorkapitalistischen Zeiten.

 

Weihnachtsstimmung in Shanghai: Glühwein bei Sonja und Daniel
Weihnachtsstimmung in Shanghai: Glühwein bei Sonja und Daniel

Bleibt die Gegenwart von Shanghai und die konnten wir besonders hautnah dank der nicht zufälligen, aber trotzdem irgendwie unerwarteten Begegnung erleben. Hinter dieser Begegnung verbergen sich Sonja, Daniel und Julian, die als Expats bereits seit gut neun Monaten (naja, Julian erst seit knapp drei Monaten…) in Shanghai leben. Sonja ist eine ehemalige Arbeitskollegin und gute Freundin von Yvonne, die ja wiederum auch eine ehemalige Arbeitskollegin von mir und gute Freundin von uns ist und die das Zusammentreffen im Vorfeld unserer Shanghai-Reise per Email auf höchst charmante Weise eingefädelt hat. Eine hervorragende Idee, schließlich sind es genau solche Begegnungen mit anderen Menschen, die zu den schönsten Erfahrungen und Erinnerungen auf unseren Reisen gehören!

Außerdem kann einem in einer fremden Stadt natürlich nichts Besseres passieren als ein paar "Einheimische" kennenzulernen (und Julian ist ja in der Tat gebürtiger Shanghaier), die einem ein wenig die dortige Welt erklären. Und die ist in Shanghai, wie sich das für eine moderne Metropole gehört, zwar durchaus auch multikulturell (die Starbucks-Dichte ist ziemlich beeindruckend…), aber vor allem doch mit klar erkennbaren chinesischen Wurzeln - sprich, für uns definitiv erklärungsbedürftig. ;-)

Gemeinsam mit Sonja und Daniel haben wir erlebt, wie im heutigen Shanghai Kekse und Glühwein nach deutschem Rezept, kitschige Weihnachtsbäume in einem Land, das gar kein Weihnachten feiert, und das traditionelle Shanghaier Hot Pot-Essen (mit Stäbchen genossen) sich harmonisch zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammenfügen. ;-)

 

Tja, und dann war es auch schon vorbei mit China und es ging aus dem winterlichen Shanghai zurück in den Sommer nach Melbourne, wie gewohnt zunächst für mich und wenige Tage später dann für Heike, wo ein sonniges Weihnachten auf uns wartete...

Shanghai

Ausflug nach Hangzhou

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Kommentare: 2
  • #1

    Mücke (Donnerstag, 02 Januar 2014 06:57)

    Grossartig wie ihr uns " Daheimgebliebenen " au jour haltet.

    Hat Euch das Essen in China auch so gut gefallen? Ich war in Shanghai 1985 oder 1986 und war fasziniert. In China hatte ich übrigens die erste und wichtige positive Berührung mit dem Buddhismus - der mich bist heute beeinflusst.

  • #2

    Heike (Donnerstag, 09 Januar 2014 17:37)

    Ich würde es mal so beschreiben: das Essen war "interessant". Wir haben schon viele leckere Sachen gegessen, die uns vorher gänzlich unbekannt waren - von süß bis herzhaft. Wenn ich mir aber ansehe, was dort alles lebend in den Suppentopf geschmissen und auf Märkten und in Kaufhäusern lebend verkauft wird, wird mir ganz anders. Das würde ich niemals anrühren...