Measuring the Solar System

Selbst als Weltvermesser muss man immer darauf achten, dass man sich nicht zu sehr im Klein-Klein verliert und den Blick für das Große und Ganze nicht verliert. Daher haben wir beschlossen, einen Blick über den Tellerrand der Weltvermessung zu werfen und kurzerhand mal das Sonnensystem zu vermessen.

Wenn man zufälligerweise in St. Kilda wohnt muss man dafür praktischerweise nur mal eben zum Strand gehen. Dort gibt es nämlich ein wunderbares maßstabsgetreues Modell unseres Sonnensystems.

 

Sonnensystem in St. Kilda/Port Philipp Bay
Sonnensystem in St. Kilda/Port Philipp Bay

Die Sonne in diesem Modell hat einen Durchmesse von 1,39 m und jetzt dürft ihr alle rechnen, wie groß der Rest wohl ist. ;-)

Nein, braucht ihr natürlich nicht, ihr könnt auch einfach weiter lesen, schließlich haben wir das Vermessen ja schon übernommen…

Sonne mit einem Durchmesser von 1,39 m im Melbourner Sonnensystem
Sonne mit einem Durchmesser von 1,39 m im Melbourner Sonnensystem

Also, anfangen wollen wir mit meiner derzeitigen Lieblingsjoggingstrecke, dem Two-Piers-Track: vom Luna Park aus vorbei am St. Kilda Pier bis hin zum Kerferd Pier. Die bringt einen so grob von den inneren Planeten quer durch den Asteroiden-Gürtel bis kurz hinter Uranus. Am Ende vom Kerferd Pier bin ich dann zwar am Ende meiner Kondition (vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ich ja noch wieder zurück muss), in kosmischen Dimensionen gedacht aber noch lange nicht am Ende des Sonnensystems und noch ein gutes Stück vom nicht-mehr-Planeten Pluto entfernt (zum traurigen Schicksal von Pluto siehe beispielsweise http://de.wikipedia.org/wiki/Pluto oder The Big Bang Theory, Staffel 4, Folge 7 ’The Apology Insufficiency’).

 

Schlussfolgerung: das Sonnensystem ist verdammt groß - von der Sonne bis zu Pluto genau 5,9 km. (Die alternative Schlussfolgerung, dass das Sonnensystem nicht groß, sondern meine Kondition einfach schlecht ist, verwerfen wir direkt mal wieder...)

 

Wem das noch nicht groß genug ist, der kann auf das Sonnensystem natürlich noch einen draufsetzen, indem er sich auf die Reise zum nächsten Stern macht, nach Proxima Centauri. Der steht im Melbourner Modell zwar direkt neben der Sonne, gemeint ist damit aber neben der Sonne quasi in anderer Richtung, also einmal um die Erde rum. Bei einem Sonnendurchmesser von 1,39 m wäre die Entfernung nach Proxima Centauri grob 40.000 km, was ziemlich genau dem Umfang der Erde entspricht. Das ist dann doch mal wirklich riesengroß!

 

Und solange noch keiner den Iron Man World hinter sich gebracht hat (von Melbourne nach Sydney joggen, dann durch den Pazifik nach Los Angeles schwimmen, mit dem Rad weiter nach Buenos Aires, wieder in die Badehose und rüber nach Kapstadt, von dort erneut mit dem Rad nach Singapur, flugs nach Darwin weiter geschwommen und zu guter letzt bis Melbourne wieder gejoggt) lass ich mir da auch nichts mehr von schlechter Kondition erzählen! ;-)

 

Ach ja, und noch mal zurück zum Thema riesengroß: wenn ihr wissen wollt, was das Gegenteil davon ist, dann schaut euch mal das Bild vom Modell der Erde an. Wer nach unseren Überlegungen in 'Kontinente-Hopping' noch nicht vollständig überzeugt war, der findet hier den endgültigen Beweis, dass die Erde ziemlich klein ist. ;-)

 

Merkur

Venus

Die Erde

Mars

Jupiter

Bisher keine Fotos von Jupiter, da wir ihn noch nicht finden konnten...

Saturn

Uranus

Neptun und Pluto

Bis hierhin hat die Kondition nicht gereicht, daher gibt´s keine Fotos...

Proxima Centauri

Measuring the Solar System – Nachtrag: Weiterlesen auf eigene Gefahr! Die folgenden Textzeilen sind anerkanntermaßen sinnfrei!

Ein letzter interessanter Aspekt, den man anhand des Sonnensystemmodells beleuchten kann, ist eine Abschätzung, wie groß die Gefahr ist, dass die Erde irgendwann mal von einem Meteoriten getroffen wird.

 

Man stelle sich vor, dass ich auf meinem Jogging-Track ein Gesteinsbrocken wäre, der sich durchs Sonnensystem bewegt. Und da ich ja sogar größer als die Sonne bin (also die Modell-Sonne), wäre ich natürlich ein gewaltiger Gesteinsbrocken! Trotzdem wäre die Wahrscheinlichkeit, dass ich aus Versehen in die Säule mit der Erde einschlage, doch eher gering. Jupiter habe ich z.B. bis heute noch nicht einmal gesehen, obwohl ich seinen Orbit schon dutzende Male gekreuzt habe!

Das Ganze könnte sich allerdings zugegebenermaßen ändern, wenn ich mich nach einer durchzechten Nacht leicht angetrunken durchs Sonnensystem bewegen würde. In so einer Situation haben Steinsäulen zum Festhalten natürlich eine gewisse Anziehungskraft, der man nur schwer widerstehen kann…

 

Schlussfolgerung: von normalen Meteoroiden geht keine Gefahr aus, wenn sie allerdings angetrunken durchs Sonnensystem schwanken, sollte man vorsichtshalber den Kopf einziehen. ;-)

 

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