Top der übelriechendsten Orte

Unsere zweite Top-Liste führt uns zu den übelriechendsten Gegenden dieser Welt. Was??? Ja, genau. Richtig gelesen. Also, schön froh sein, dass Laptops neben Bild und Ton immer noch keinen Geruch mitliefern ;-)…

Platz 1: Der Ijen-Krater im Osten der Insel Java

Da hilft nur noch die Gasmaske. Zumindest bei uns. Der Krater dient nämlich auch als natürliche Schwefelmine und die Minenarbeiter schützen sich in der Regel nur mit einem Taschentuch vor dem Mund. So „ausgerüstet“ schlagen sie den Schwefel in Blöcken aus dem Boden und tragen diesen in bis zu 90 kg schweren Körben den Berg zunächst hinauf und dann auf der anderen Seite wieder herunter!

Außerdem beherbergt der Krater den vermutlich sauersten See der Erde.

 

Platz 2: Die Seehundkolonie am Cape Cross in Namibia

Einfach unvorstellbar der Geruch, den gut 100.000 Seehunde jedweden Alters, Geschlechts und Größe auf einem Haufen ausströmen. Nachdem wir es dort über eine Stunde ausgehalten haben (keine Ahnung wie wir das gemacht haben, aber es war einfach zu faszinierend), hätten wir es anschließend im Auto fast nicht mehr miteinander ausgehalten… Wie hatten dann abends kurz mit dem Gedanke gespielt unsere Klamotten einfach zu verbrennen, waren aber vor der zu erwartenden Giftgaswolke zurückgeschreckt. Letztendlich haben wir uns mit einer Zwei-Tüten-Vakuumversiegelung für unsere Klamotten und einer extra lange Dusche für uns zufrieden gegeben.

Platz 3: Der Anak Krakatau vor der Westküste von Java

Nach dem Aufstieg zum Kraterrand, leichtsinnigerweise ohne Gasmaske, dachten wir eigentlich es könnte nicht mehr schlimmer kommen. Allerdings wurden wir am Ijen-Krater zwei Wochen später eines bessern belehrt. Der Anblick des Kraters und der Ausblick über das Meer hat aber für alles entschädigt!

Platz 4: Die künstlichen Guano-Inseln vor Swakopmund in Namibia

Eine ganz kluge Geschäftsidee: man baue eine Holzplattform ins Wasser, lasse tausende von Möwen, Pelikanen und anderen Seevögel dort ein paar Monate lang ihr Geschäft verrichten, kratze das Ganze dann ab und verkaufe es als Dünger. Der Kommentar des Kapitäns, als er unser kleines Bötchen genau in Windrichtung hinter der Insel geparkt hatte: ‚Geld stinkt!’. Recht hat er…

Platz 5: Die Islas Ballestas vor Paracas in Peru

Das Ganze geht auch mit einer natürlichen Insel und riecht dann nur unwesentlich besser. Gerochen bei den Islas Ballestas vor Paracas in Peru. Die stolzen Peruaner bestehen natürlich darauf, dass ihr Guano das beste der Welt ist. Kann sich eigentlich jemand vorstellen, dass auf den Inseln tatsächlich ganzjährig ein paar Biologen wohnen?

Plazt 6: Thermal Valley in der Nähe von Rotorua in Neuseeland

Hab ich selbst nie gerochen, aber Heike sagt es stinkt auch in Neuseeland. Genauer gesagt an den verschiedensten Stellen in der Nähe von Rotorua, wo es unter der Erde kräftig brodelt.

Platz 7: Minen bei Potosi in Bolivien

Hier kann man eigentlich nicht von einem wirklich schlimmen Geruch sprechen, vielmehr macht einem der ganze Staub in der Luft das Atmen zur Hölle. Und zwar in den Minen im Cerro Rico, dem ‚reichen Berg’ bei Potosi in Bolivien auf über 4.300 Metern. Diese haben dafür gesorgt, dass Potosi im 17. und 18. Jahrhundert eine der größten und reichsten Städte des Planeten war. Dass das Erz dem Berg bis heute auf mehr oder weniger unveränderte Art und Weise per Hand abgerungen wird, ist allerdings ziemlich erschreckend.

Platz 8: Pico del Teide auf Teneriffa

Quasi der Wohlriechende unter den Üblen! Los ging es eigentlich bereits in Santa Cruz de Tenerife, wo wir ein paar Tage vor der eigentlichen Wanderung eine schriftliche Genehmigung einholen mussten, damit wir überhaupt bis zum Gipfel des Teide (und nicht nur bis zum Ende der Gondelstation) wandern durften. Die Zahl der Wanderer ist pro Tag begrenzt und man darf sogar nur innerhalb eines vorher bestimmten Zeitfensters von zwei Stunden auf den Gipfel. Ein paar Tage später sind wir dann früh morgens am Hotel auf Meeresniveau gestartet und mit dem Auto auf 2000 m gefahren. Von dort ging es dann weiter zu Fuß (und nicht mit der Seilbahn!) gut fünf Stunden lang auf 3718 m. Oben angekommen harmonierte das in der Luft liegende Schwefelaroma ganz wunderbar mit dem Brennen in den vom Aufstieg gequälten Lungen. ;-)

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Kommentare: 2
  • #1

    Mücke (Donnerstag, 10 Oktober 2013 05:35)

    Potosi - das ist ja ein Menchenrechts - Drama :-((((((

  • #2

    Heike (Donnerstag, 10 Oktober 2013 18:56)

    Ja, das kann man wohl sagen! Offiziell ist es das aber nicht, da alle Minenarbeiter selbständig sind und sich daher kein Arbeitgeber um Arbeitssicherheit, Gesunheitsschutz oder ähnliche Themen kümmern muss. Da sie selbständig sind, hätten sie ja ganz theoretisch die Möglichkeit, die Arbeitsbedingungen selbst zu ändern oder einem anderen Beruf nachzugehen. Dass es aber natürlich nicht viele berufliche Alternativen in Potosi gibt, fällt dabei unter den Tisch...